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Aktuell Aktuell - Asiatische Hornisse - der Befall nimmt zu

Aktuell - Asiatische Hornisse - der Befall nimmt zu

Asiatische Hornisse (Vespa velutina): Zusammenfassung der Merkblätter des Bienengesundheitsdienstes

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich in der Schweiz weiter aus und stellt für die Imkerei eine zunehmende Herausforderung dar. Der Bienengesundheitsdienst (BGD/apiservice) hat dazu in Zusammenarbeit mit CABI drei Merkblätter veröffentlicht, die wir hier zusammenfassen und zum Download anbieten.

Erkennung und Nester (Merkblatt 2.7)

Die Asiatische Hornisse ist 1,7 bis 3,2 cm gross. Ihre Arbeiterinnen und Königinnen sind kleiner als jene der heimischen Europäischen Hornisse. Typisch sind der schwarze Hinterleib mit gelben Streifen, die gelben Beinenden und die schwarz-orange Kopfvorderseite. Die Europäische Hornisse hat dagegen einen gelben Hinterleib mit schwarzen Punkten und Streifen, rotbraune Beine und eine rotbraun-gelbe Kopfvorderseite. Die Asiatische Hornisse ist von Frühling bis Spätherbst aktiv.

Im Frühling und Frühsommer baut sie Primärnester. Diese liegen meist in Bodennähe bis ca. 2 m an geschützten Stellen wie Hecken, Gebäuden, Unterständen oder Dachvorsprüngen. Die Primärnester sind oft kugelförmig und bis zu basketballgross, mit einem kleinen Eingang, der zuerst unten und später seitlich liegt. Im Sommer und Herbst entstehen Sekundärnester, meist in Baumkronen in über 10 m Höhe, gelegentlich auch an Gebäuden oder in Hecken. Sie sind oft birnenförmig, rund 60 cm breit und 80 cm hoch und haben einen kleinen seitlichen Eingang. Nester der Europäischen Hornisse befinden sich dagegen meist an dunklen, geschützten Orten wie hohlen Bäumen, Dachstöcken oder Schornsteinen und haben einen grossen Eingang an der Unterseite.

Gefahr für die Bienenvölker

Die Asiatische Hornisse füttert ihre Larven mit Insekten. Vor allem im Sommer und Herbst machen Honigbienen durchschnittlich rund 40 % ihrer Beute aus. Bienenvölker sind für sie eine zuverlässige Eiweissquelle und werden deshalb häufig angeflogen. Bei länger andauernden, intensiven Angriffen stellen die Bienen ihren Flug ein und verfallen in eine sogenannte Sammellähmung. In der Folge fehlen den Völkern Wasser und wertvolles Futter für die Überwinterung. Geschwächte Völker können von den Hornissen ausgeraubt und zum Zusammenbruch gebracht werden. Ein starkes und gesundes Volk kann die Verluste in der Regel verkraften und hindert die Hornissen am Eindringen, solange das Flugloch bewacht wird.

Vorgehen bei Verdacht und Bekämpfung

Verdächtige Sichtungen sind mit Foto oder Video auf der offiziellen Meldeplattform www.asiatischehornisse.ch zu melden. Die Bekämpfung invasiver Arten ist in der Schweiz Sache der Kantone, die über Nestsuche und Nestentfernung entscheiden. Nester dürfen nur durch geschulte, vom Kanton bestimmte Fachleute entfernt werden. In Nestnähe verhält sich die Hornisse sehr aggressiv, deshalb ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 5 m einzuhalten. Langfristig wird man sich auf eine Koexistenz einstellen müssen, denn eine Ausrottung der Art ist in der Schweiz nicht möglich.

Vom Aufstellen von Fallen wird ausdrücklich abgeraten, da keine der verfügbaren Fallen ausreichend selektiv ist. Durch den Fang zahlreicher Nichtziel-Insekten droht ein Schaden für die Biodiversität, und das Fangen geschützter Arten ist verboten und strafbar. Zudem konnte bisher weder ein positiver Effekt auf das Überleben der Bienen noch eine Verringerung der Ausbreitung nachgewiesen werden.

Imkerliche Massnahmen

Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Koexistenz sind gesunde, starke und gut mit Futter versorgte Völker. Ein gittergeschütztes Flugloch verzögert die Sammellähmung und erhöht die Überlebenschancen der Völker. Im Spätherbst, wenn die Bienen den Flug eingestellt haben, schützt ein auf 5 bis 5,5 mm Höhe reduziertes Flugloch vor dem Eindringen der Hornissen in die Beute. Sobald dieser Fluglochschieber angebracht ist, kann der Gitterschutz entfernt werden.

Gittergeschütztes Flugloch / Voliere (Merkblatt 2.7.1)

Studien zeigen, dass gittergeschützte Fluglöcher die Sammeltätigkeit trotz starkem Hornissenbeflug ermöglichen und die Sterblichkeit senken, obwohl die Hornissen durch die Maschen passen. Die Voliere soll erst bei Angriffen montiert werden, in der Regel ab August bei starkem Beflug. Eine präventive Montage wird nicht empfohlen, da das Gitter den Bienenflug erschwert.

Für den Bau benötigt man folgendes Material:

  • Gittergeflecht mit ca. 10–25 mm Maschenweite
  • Dreischichtplatte aus Fichte (ca. 19 mm dick)
  • Vierkantholz aus Fichte (ca. 30 × 30 mm)
  • Holzschrauben und einen Tacker mit Klammern
  • Winkel- und Ringschrauben zur Befestigung an der Beute

Die Konstruktion besteht aus einer oberen Traverse von 30 mm × Kastenbreite minus 90 mm, zwei Seitenwänden und einem Boden. Die Seitenwände sind ca. 150 mm hoch und 250 mm lang. Hinzu kommen 20–30 mm für eine Schräge, damit Regenwasser ablaufen kann. Der Boden misst 250 mm × Kastenbreite minus 90 mm, das Gitter ca. Kastenbreite minus 90 mm × 370 mm. Je nach Kastentyp, Flugnische und Fluglochschieber muss die Voliere angepasst werden. Dank der einfachen Befestigung lässt sie sich zum Entfernen toter Bienen leicht abhängen und wieder anbringen.

Nestsuche mit Dochtgläsern (Merkblatt 2.7.2)

Mit Dochtgläsern lassen sich Nester ohne teure Ausrüstung nach dem Prinzip der Triangulation finden oder zumindest für eine spätere Suche mittels Telemetrie eingrenzen. Da die Strategie in der Verantwortung der Kantone liegt, empfiehlt sich vorgängig eine Absprache mit den kantonalen Verantwortlichen. Die Suche kann ab ca. Mitte Mai beginnen, wenn es im Vorjahr Sichtungen gab. Andernfalls beginnt man, sobald Hornissen am Bienenstand oder in der Umgebung auftauchen.

Vorbereitung

  • Locksirup: Er besteht beispielsweise aus je ½ l Futtersirup, Rotwein und Bier sowie 2–3 dl Essig. Etwas Obstbrand kann die Attraktivität steigern.
  • Docht: In den Deckel des Glases wird ein Loch von 5–8 mm gestochen und ein Streifen eines saugfähigen Lappens eingezogen.
  • Bienen am Glas: Fliegen Bienen die Gläser an, sollte man die Gläser verstellen und den Anteil an Essig und/oder Obstbrand erhöhen.
  • Aufstellen: Die Gläser werden erhöht, vor Regen geschützt und mit guter Rundumsicht im offenen Gelände aufgestellt, etwa auf Zaunpfosten.

Ablauf der Suche

  1. Besuchende Hornissen werden mit einem Königinnen-Zeichnungsgerät eingefangen, verschiedenfarbig markiert und wieder freigelassen. Sammelnde Hornissen sind dabei meist sanftmütig.
  2. Anschliessend beobachtet man die Abflugrichtungen. Bei den regelmässig zurückkehrenden Sammlerinnen misst man die Abwesenheit mindestens dreimal.
  3. Verwendet wird die kürzeste Abwesenheit: Eine Minute entspricht rund 120 m Distanz zum Nest. Bei sehr kurzen Zeiten bis ca. 1½ Minuten ist das Nest oft näher, und bei Wärme fliegen die Hornissen schneller.
  4. Richtungen und Distanzen von mehreren Standorten werden auf einer Karte oder in einer App wie Vespafinder eingetragen. Das Nest liegt ungefähr im Schnittpunkt der Linien und wird dort mit dem Feldstecher gesucht.

Bleibt die Suche erfolglos, kann eine markierte Hornisse aufgefüttert und in vermuteter Nestnähe freigelassen werden. Werden die Gläser wegen guter Tracht nicht beflogen, lassen sich Hornissen auch mit einem Kescher an Trachtpflanzen oder vor den Beuten fangen. Mit diesem Vorgehen funktionieren Zeitmessungen jedoch nicht. Nach dem Fund ist das Nest zusammen mit den zuvor gesichteten Hornissen auf www.asiatischehornisse.ch zu melden, und die Dochtgläser sind umgehend zu entfernen.

 

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